08.06.2016
Von: bo.

Handelsverband Nord gegen Verbot der Freizeitfischerei in Schutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone

Die Allianz fordert das Bundesumweltministerium auf, die eigentlichen Ursachen zu bekämpfen!

 

Der Handelsverband Nord (HV Nord) wendet sich gegen das vom Bundesumweltministerium geplante Verbot der Freizeitfischerei in den Schutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee. Der HV Nord schließt sich der von der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH (EGOH) angeführten Allianz gegen das Verbot des Angelns / der Freizeitfischerei an.

Die gemeinsame Pressemitteilung der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein und der Allianz gegen das geplante Verbot der Freizeitfischerei in der AWZ vom heutigen Tage erläutert das Anliegen:

Presse-Information
Tag des Meeres – Verbot der Freizeitfischerei hilft dem Meer nicht!
Die Allianz fordert das BMUB auf, die eigentlichen Ursachen zu bekämpfen!

Das Bundesumweltministerium (BMUB) plant zum Schutz der Meere ein komplettes Verbot der Freizeitfischerei in den Schutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Nord- und Ostsee. Der Schutz dient insbesondere dem Erhalt oder soweit erforderlich der Wiederherstellung der Lebensraumtypen 1170 „Riffe” und 1110 „Sandbänke” oder dem Schutz der Arten 1351 „Schweinswal” und 1365 „Seehund” nach Anhang II der RL 92/43/EWG EU-Code. Um diese Ziele zu erreichen, soll zukünftig in den Schutzgebieten insbesondere die Einbringung von Baggergut, die Einrichtung und der Betrieb mariner Aquakulturen, die Freizeitfischerei sowie die Ausbringung von Tieren und Pflanzen gebietsfremder Arten verboten werden. Gleichzeitig erlaubt das BMUB aber in den besagten Schutzgebieten den Rohstoffabbau, seismische Untersuchungen, Öl- und Gasförderung, Fracking oder jede Art von Schiffsverkehr. Die Mitglieder der Allianz können nicht verstehen, dass diese Nutzungen zukünftig erlaubt sind. Aber Angeln soll verboten werden!

Die Allianz gegen das Verbot des Angeln/Freizeitfischerei ist überzeugt, dass Angeln ressourcenschonend und ökologisch sinnvoll ist und fordert das BMUB auf, dieses bei den zukünftigen Planungen und gleichzeitig auch die ökonomischen und sozialen Faktoren der Freizeitfischerei zu berücksichtigen. In zahlreichen Studien wird das automatische Angeln (Jiggermaschinen) oder die Fischerei mit Langleinen als umweltverträgliche Alternative zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei empfohlen. Die Freizeitfischerei bzw. das Angeln mit Handangeln ist nur eine einfache Form dieser beiden Fangmethoden.

Parallel zum Beharren des BMUB wächst der Zweifel an der Notwendigkeit, der Wirksamkeit und der Verhältnismäßigkeit des Verbotes der Freizeitfischerei. Daraus resultiert immer mehr Widerstand. Als neue Mitglieder der Allianz gegen das geplante Verbot der Freizeitfischerei wird der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV), der Handelsverband Nord e.V. und die Sylt Marketing GmbH begrüßt. Weitere werden folgen!

In den letzten Jahren hat sich der Zustand der Nord- und Ostsee, im Vergleich zu früheren Jahrzehnten, erheblich verbessert. Die Allianz fordert das BMUB auf, weiter die eigentlichen Probleme der Nord- und Ostsee zu lösen, statt mit sinnlosem Aktionismus die Freizeitfischerei zu verbieten und damit dem Tourismus zu schaden. Die Lösung bzw. die Minimierung folgender Probleme würden der Nord- und Ostsee nachhaltig gut tun:

  • In einer aktuellen Studie hat ein deutsch-norwegisches Forscherteam festgestellt, dass in der Nordsee mehr als die Hälfte aller im Boden lebenden Arten auf Grund des Klimawandels ihren Lebensraum verlieren.

  • Mit dem globalen Warenaustausch wächst die Schifffahrt rapide – 90 Prozent des weltweiten Außenhandels werden über den Seeweg abgewickelt. Die Verschmutzung durch Abgase, Abwasser und Treibstoff ist enorm.

  • Die Überdüngung ist insbesondere für die Ostsee eines der Haupt-Umweltprobleme. Durch Abschwemmungen von Phosphor und Stickstoff von stark gedüngten Feldern geraten diese Pflanzennährstoffe ins Meer. Dort bewirken sie, dass Algen massenhaft wachsen und andere Pflanzen überwuchern oder beim Absterben am Boden zersetzt werden. Für diesen Prozess brauchen die Bakterien den Sauerstoff im Wasser auf und es entstehen große sauerstoffarme Todeszonen am Meeresboden.

  • Vom Plastikbeutel bis zu Pestiziden – nahezu alles, was der Mensch an Land benutzt, gelangt auch ins Meer. Rund 80 Prozent der Ozean¬verschmutzungen werden durch Aktivitäten an Land verursacht.

  • Eine besondere Gefahr für Mensch und Natur gehen von den rund 1,6 Millionen Tonnen Kampfmitteln in Nord- und Ostsee aus.

  • Die Rohstoffgewinnung (Öl, Gas, Sand, Kies) aus dem Meer spielt angesichts zunehmend erschöpfter Quellen an Land eine wachsende Rolle für die Wirtschaft.

  • Schweinswale und Seehunde sind besonders durch Unterwasserlärm betroffen. Der Lärm erschwert es ihnen, sich zu orientieren, Nahrung zu finden oder zu kommunizieren. Extremer Krach kann bei ihnen sogar körperliche Schäden verursachen oder zum Tod führen. Hauptursache für den Unterwasserlärm ist die Schifffahrt sowie Bauvorhaben (z.B. Bau Offshore-Anlagen).

V.i.S.d.P.
Jens Meyer
Leiter Rechnungswesen & Controlling Koordination Wasserwirtschaft
Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH

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